mit Pferden die Natur erleben
mit Pferden die Natur erleben

Der Zusammenhang Pferd und Natur liegt auf der Hand – die Natur als der ursprüngliche
Lebensraum des Pferdes ist auch für uns Menschen ein zentraler und lebenswichtiger Ort.
Leider halten sich die meisten Menschen heute recht wenig draussen in der Natur auf: Bewegungsmangel, Reizüberflutung, sitzende Tätigkeiten, sehr techniklastige Beschäftigungen auch in der Freizeit sind, auch schon bei den Kindern und Jugendlichen an der Tagesordnung. Der Erwerb von Scheinkompetenzen und das "Leben aus zweiter Hand" durch Computer und Fernsehen scheinen sogar der Mittelpunkt des Lebens vieler Kinder, Jugendlicher und Erwachsener zu sein.

Berührunspunkte mit Tieren und der Natur drohen zugunsten von Medienkonsum und Leistungsdruck  für viele verloren zu gehen.

Durch das freie Bewegen und Spielen draußen in der Natur dagegen werden Motorik und Selbstvertrauen gestärkt. Primäre Erfahrungen, ganzheitliche Wahrnehmung mit allen Sinnen, konzentriertes Beobachten sind nur draussen, "vor Ort" möglich.

Daher ist es sehr zeitgemäß, erlebnispädagogisch mit Kindern und auch Erwachsenen zu arbeiten. Ein deutlicher Gegentrend zum aktuellen Zeitgeist des Medienkonsums, des „Erlebens aus zweiter Hand“ sowie des damit einhergehenden Bewegungsmangels, der sich negativ auf physische und psychische Gesundheit auswirkt, ist nötig. Die Reittherapie, die draussen stattfindet, kann Naturerlebnisse und die positive Wirkungsweise des Pferdes optimal verbinden.

Pferde kennen keinen Zeitdruck, sie strahlen meist Ruhe aus und helfen uns dabei, Stress und Druck von außen loszulassen. Pferde leben im hier und jetzt, sie sind nicht - wie wir oft - abgelenkt von tausend Gedankengängen. Das Pferd begegnet Menschen offen, wertfrei , ist "ganz bei der Sache". Jeder, der grundlegende Kenntnisse über
das Wesen des Pferdes besitzt und dies beim Umgang mit ihm berücksichtigt,
wird vom Pferd vorbehaltlos akzeptiert. Es zeigt mit seinen Körpersignalen allerdings auch Grenzen auf, die wir in der Reittherapie erkennen und respektieren lernen. Das Pferd genießt dann die menschliche  Zuwendung, es ist interessiert am Kontakt mit Kindern und Erwachsenen, es
schenkt uns Aufmerksamkeit und Interesse. Es kann dabei helfen, Vertrauen und Bindung
aufzubauen und Ängste zu bewältigen. Der
positive Umgang mit dem Pferd stärkt unser Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen.
 Die Arbeiten rund ums Pferd schulen Kinder im lebensnahen
Handeln. Die Notwendigkeiten ergeben sich aus Sinnzusammenhängen
und ermöglichen direkte Erfolgserlebnisse und Freude am Tun.

Beim Bewegungsdialog auf dem Pferd werden Wahrnehmung,
Gleichgewicht, Konzentration, 
Selbstbewußtsein und Selbsteinschätzung gefördert, darüber hinaus haben Bewegung
und Körperwärme des Pferdes eine lockernde Wirkung.

Die Stütz- und Bewegungsmuskulatur des Klienten auf dem
Pferd werden durch den dreidimensionalen Bewegungsablauf aufgebaut und
gestärkt.

Das Pferd birgt dabei - gerade bei Menschen, die bereits viele Therapien hinter sich haben -  ein hohes Mass an Motivationspotential Es lädt immer wieder ein, da die
therapeutische Arbeit sehr stark von der Beziehung zum Tier geprägt ist. Die Reittherapie findet meist in Einzelstunden statt, so ist es möglich, ganz individuell und vor allem ohne Leistungdruck auf die Bedürfnisse des Einzelnen einzugehen. Dabei möchte ich immer situationsorientiert arbeiten - jeder Klient hat sein Thema und soll mit all seinen Kompetenzen bzw. Defiziten da "abgeholt werden, wo er sich gerade befindet."

 

Einige (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) Wirkungsebenen beim therapeutischen Reiten seien  hier ganz kurz zusammengefaßt:

die Bewegung des Klienten auf dem Pferderücken stellt hohe Anforderungen an die körperliche Bewegungsbildung. Das Halten der Balance ist eine ganzheitliche körperliche Anforderung. Dabei werden insbesondere gefördert: die gesamte Muskulatur, der Gleichgewichtssinn und das komplexe Wahrnehmungsvermögen. 

Durch den dreidimensionalen Bewegungsdialog beim Sitzen auf dem im Schritt gehenden Pferd befindet sich das gesamte Stütz- und Haltesystem in ständiger An- und Abspannung. Die in jeder Gangart rhytmischen und dynamischen Bewegungen des Pferdes fördern zahlreiche Prozesse der Bewegungssteuerung und stellen vielfältige Trainingsreize, die auf den ganzen Körper wirken, dar.

Auf der emotionalen Ebene erfordert der Umgang mit dem Tier und Partner Pferd Einfühlungsvermögen, der Wille zur Kommunikation auf körperlicher und emotionaler Ebene wird bestärkt. Vertrauensbildung ist ein weiterer Förderschwerpunkt.

Das Getragenwerden vom Pferd, und auch das Spüren seiner Körperwärme kann schließlich  Regression  auslösen - frühkindliche Erfahrungen, Empfinden von geborgen sein, beschützt sein können assoziiert werden. Diese Zusammenhänge können insbesondere bei Menschen mit Bindungsproblemen sehr positiv wirken.

Diverse Spiele und Übungen, die auf und um das Pferd herum in der Reittherapie zur Anwendung kommen, zielen darüber hinaus - und ganz nebenbei, denn sie machen in erster Linie Vergnügen - auf die Förderung unterschiedlichster Kompetenzen ab

 .

 

Zitat:

 

"Beständig schirmen wir uns ab gegen Wind und Wetter, Hitze und Kälte, Insekten und anderen Tieren. Dadurch bringen wir uns um Vitalität und Wohlbefinden, dies sich einstellen, wenn wir im Einklang mit natürlichen Kreisläufen und Ereignissen leben. Unser Selbstschutzinstinkt muss durch Abenteuergeist ausgeglichen werden. Das Bedürfnis, hinauszugehen, um die Welt zu berühren und zu erforschen, bringt uns in Situationen, in denen die Natur ihre Macht und Schönheit vor uns entfalten kann." * ...

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© Isabel Böhler